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7. Februar 2008

Die Stereoskopie

Der Mensch hat zwei nebeneinander liegende Augen im Abstand von ca. 65mm. Durch die entstandenen perspektivischen Unterschiede werden zwei verschiedene Bilder wahrgenommen und im Hirn zu einem räumlichen Erlebnis. So sehr sich die Betrachtungsarten von Stereobildern unterscheiden, alle Stereobetrachtungsformen haben das selbe Prinzip, jedes Auge soll nur das für sich bestimmte Einzelbild zu sehen bekommen. Jedes Einzelbild wird als stereoskopisches Halbbild, das komplette Bildpaar wird als Stereobild bezeichnet. Hier erst einmal die wichtigsten Techniken, einfach umschrieben, etwas weiter unten die Anleitungen wie man ohne Hilfsmittel, nur mit den Augen in den Stereogenuss in Farbe kommt.


Zum Betrachten von Stereobildern ist das Stereoskop sehr verbreitet, es gibt davon unzählige Varianten. Parallel angeordnete Halbbilder werden den Augen in voneinander getrennten Strahlengängen und vergrößert angeboten. Sicherlich die entspannteste Art Stereobilder zu betrachten. Es gibt nichts beeindruckenderes als ein Mittelformat-Diastereopaar mit dem entsprechenden Stereoskop zu betrachten. Man benötigt wenig Eingewöhnungszeit. Beim Parallelblick verwendet man das entspannte Hindurchschauen des Stereobildes, um das Raumempfinden zu erleben. Die Augen ermüden nicht so schnell, da die Augenmuskeln weniger stark angespannt werden müssen. Der Abstand zwischen zwei zu überlagernden Objekten darf allerdings nicht wesentlich größer als der Augenabstand des Betrachters sein. Das sind bei Europäern ca. 65 mm, bei Asiaten ca. 60mm. Der Kreuzblick ist nichts anderes als das bewusste Schielen, um aus den beiden Halbbildern eine räumliche Wahrnehmung im Gehirn zu schaffen. Dieser Blick wird Kreuzblick genannt, weil das rechte Auge nach links sieht und das linke nach rechts, die Augen also überkreuz blicken.
Die Halbbilder müssen entsprechend vertauscht angeordnet werden. Der Kreuzblick hat den Vorteil, dass größere Stereobilder betrachtet werden können.
Beim Anaglyphenbild werden die beiden stereoskopischen Halbbilder in Komplementärfarben eingefärbt und überlagert. Die Trennung der beiden Halbbilder erfolgt mit Anaglyphenbrillen, die entsprechende gefärbte Farbfolien besitzen. Es gibt sie in Rot und Grün bzw. Rot und Blau, für Farbanaglyphen setzt man Cyan und Rot ein. Der Farbeindruck dieser Anaglyphenart ist Motivabhänging bis unbrauchbar. Der Raumeindruck ist beim Rot/Grün-Anaglypen wesentlich sauberer und weniger anstrengend. Beim Fieldsequentialbild handelt es sich um ein Verfahren für rein elektronische Medien. Hier werden die zwei Halbbilder im Interlacedmodus durch die wechselnden Zeilensprünge überlagert dargestellt. Um die Trennung für die Augen zu erreichen benötigt man eine Shutter-LCD-Brille die perfekt synchronisiert jeweils dem Auge das zugeteilte Halbbild liefert. Ein sehr preiswertes System für DLP-Beamer und CRT-Fernseher. Für LCD soll es bald Lösungen geben die befriedigen sollen. Nachteil ist das Flimmern der Brille. Beim Polarisationsbild werden die beiden stereoskopischen Halbbilder in gegen-gewinkelten Polfitereinstellungen überlagert. Die Trennung der beiden Halbbilder erfolgt mit Polarisationsbrillen, die entsprechende gewinkelte Polfolien besitzen. Das Verfahren ist beim Imax 3D am perfektioniertesten entwickelt und liefert ein brilliantes Raumbild in Farbe. Inzwischen wird dieses Verfahren auch bei der digitalen Projektion eingesetzt. Hierzu benötigt man zwei Projektoren je Halbbild oder speziell modifizierte Beamer.



Jeder, der sonst im Alltag über räumliches sehen verfügt und willig ist, kann die Technik des Stereosehens erlernen.
Wichtig ist, das man die Augenmuskeln entspannt und nichts erzwingen will.
Welche Freibetrachtungsart einem am Besten gefällt, muss jeder für sich entscheiden,
Ich zum Beispiel komme mit dem Kreuzblick überhaupt nicht zu recht, da meine Augen schon auf Parallel automatisiert sind

Anleitung für den Parallelblick: Anleitung für den Kreuzblick:
Man entspannt die Augen, so dass sie sich auf einen unendlich weit entfernten Punkt einstellen (ins Leere stieren). Ist das gelungen, so sollten die beiden Bilder zu einem dritten in der Mitte zusammenlaufen, welches man dann räumlich sehen kann.
Als Einstellhilfe für die Augen geht man ganz nahe an die beiden Bilder heran, das Bild darf dabei ruhig unscharf werden und konzentriert sich auf einen markanten Punkt (schwarzer Punkt im linken Bild, schwarzer Punkt im rechten), dann geht man wieder zurück und versucht diesen Blick zu halten. Die Schärfe stellt sich von selber ein
Man kreuzt den Blick (schielt) in einem geringen Abstand. Bei dieser Methode spielt die Größe der Bilder keine so große Rolle jedoch müssen die Halbbilder vertauscht sein.. Als Einstellhilfe schaut man auf die armweit entfernte Daumenspitze und bewegt diese auf die Augen zu, während man gleichzeitig versucht, die die dahinter liegenden Bilder scharf zu stellen.
Sieht man den Schriftzug "Hinten" im Raum vorne und den Schriftzug "Vorne" räumlich hinten ist man eindeutig Parallelgucker!
Wichtig: Beide Augen müssen auf gleicher Höhe sein, um beide Bilder in der Mitte zur Deckung zu bringen!
Sie sehen am Ende drei Bilder, konzentriert man sich stets auf das Mittlere!


Quelle und Bild:
http://www.wernthaler.de/

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